Zauber der Nacht






In der Stille der Nacht verzaubern uns leuchtende Gestirne und manchmal auch die,
welche das Licht scheuen.

Gilbert Ahlers









Fahrt ins Jenseits,

Ganz haltlos jagt der Zug dahin,
durch die Berge und die Felder.
Kein einz´ges Bild bleibt mir im Sinn,
rast durch  Auen, grüne Wälder.

Mit lautem Pfeifen taucht er ein,
dann in karge, kalten Welten.
Wo nun die Sonne nicht mehr scheint
und Gesetze nicht mehr gelten.

Draußen rechts die Flammen glühen,
der Rauch verbirgt nun jede Sicht.
Seh, wie Wesen Wasser sprühen,
doch es verdampft zu grauer Gischt.

Heulend geht es in die Kurve,
satanisch nimmt die Eile zu.
Kein Gebot und keine Sure
gibt diesem Wahnsinnstreiben Ruh.

Nimmt die Steigung unverdrossen,
erreicht dann aller Welten End.
Um den Stahl und alle Sprossen
erstrahlt ein Licht, daß keiner kennt.

Sphärentöne bald erklingen,
ein wundersam und selig Klang.
Wahre Engelschöre bringen
mir glückverschenkend schönen Sang.

Leis läßt sich die Seele nieder
auf dichten Mooses weichem Grund.
Tief in ihr entstehen Lieder
und lächelnd öffnet sich ihr Mund.


© by Gilbert 2004









Vampirs Zähren

Was sinnest du, unstetes Wesen,
bist doch zum nächt´gen Sein verdammt.
Wenn stille ruhet alles Leben,
in dir die ew´ge Gier entflammt.

Selbst wenn ich dir mein Mitleid schenkte,
im Augenblicke tät´s dich freuen.
doch wenn die Sucht dich wieder lenkte,
könnt dich die Schwäche schnell gereuen.

Doch würd der Jungfrau Blick dich treffen,
tät sie für dich ihr Leben geben.
Dann könnt´ unschuldig Blut dich netzen
und wärst erweckt zu ew´gem Leben.

Doch laß das Denken und das Säumen,
wo ist die Frau, die dem erliegt.
Kannst niemals dir das Glück erträumen,
daß du beseelt zu Himmeln fliegst.

© Gilbert 2004










Unheimliche Stadt

Dunkelheit liegt auf der Straße,
die still sich in die Ferne biegt.
Und tiefe Angst in hohem Maße,
mir mächtig auf dem Herze liegt.

Nicht gekannte, dumpfe Schreie,
klingen von ferne an mein Ohr.
Daß ich nur nicht hier verweile,
ahne, ein Leid steht mir bevor.

Schon seh ich´s um die Kurve nahn,
hundert finstere Gestalten.
Sie schreiten eilig und im Wahn,
fühle ich mein Sein erkalten.

O, da ist kein Weg zu fliehen,
und auch kein Engel steht bereit.
Hör schon wie sie Luft einziehen,
mach zum Sterben mich bereit.

Tragen Säcke auf den Rücken,
ächzen unter ihrer Schwere.
Wie ich grade mich will bücken,
fall ich in die große Leere.

Will noch rufen, doch vergebens,
den kein Laut entspringt dem Mund.
Ja, nun kommt mein End´ des Lebens,
fühl es in des Herzens Grund.

In mildem Licht erscheint der Mond,
legt auf den Ort ein sanftes Licht.
Bete zu dem der droben thront
und fühle, wie mein Auge bricht.


© by Gilbert 2004









Nächtliches Treiben

Still steht der Mond, die Welt liegt schweigend,
die Menschheit ruht, erfüllt von Träumen.
Und sacht und zart, sich leise neigend,
tanzen Elfen, unter Strauch und Bäumen.

Glühwürmchen schwirren, eifrig leuchtend,
Hexen reiten wild, die Besen stöhnen.
Alben schreiten ernst, von Würde zeugend,
wenden sich hin, den nächt´gen Tönen.

Die Grillen zirpen, spielen ohne Rast,
im Tanz versunken, sanft sich drehend,
kreisen die Wesen und keine Hast,
darf sie ermüden, Schlaf ersehnend.

Leichter Wind kommt, läßt die Blätter beben,
mit leisem Ton, ein Klagen man erfühlt.
Es ist das Leid, in dem Schimären leben,
verzehrte Körper, ganz in Schwarz gehüllt.

Die Nacht vergeht, das Dunkel lichtet auf,
das Treiben endet, wie es einst begann.
Wesen schwinden und in schnellem Lauf,
hört man´s weinen, weil der Tag begann.

© by Gilbert 2003









Geisterreigen

Selige Wesen über dem Wasser,
tanzen lasziv zu nächtlicher Stunde.
Still steht der Mond und leuchtet uns blasser
als die Gesichter in dieser Runde.

Und Bäume und Sträucher regen sich mit,
wiegen sich schaudernd zu Sphärenklängen.
Glühwürmchen spenden schummeriges Licht,
nichts mehr ist deutlich noch zu erkennen.

Alben und Elfen schweben Herz an Herz,
man hört keinen Schritt, nur leises Huschen.
Kein böses Wort und auch keinerlei Schmerz,
kann die Freuden der Geister vertuschen.

Doch langsam erhellt sich der Horizont,
die dunkle Nacht verliert ihre Schwärze.
Die Grillen, ermüdet, schleichen davon,
Wesen vergehen, gleich einer Kerze.

Still ruhet der Hain im Morgenlichte,
nur langsam erwachen Pflanzen und Tier.
Und sehn in der Sonne Angesichte,
hin in den Tag, der sich im Licht verliert.

© by Gilbert 2003








Trost der Wesen

Eile zu dem dunklen Schlosse,
das im tiefsten Walde liegt.
Geb die Sporen meinem Rosse,
damit es nicht im Schlaf sich wiegt.

Nehme den Mond undeutlich wahr,
der bleich durch dichte Blätter scheint.
Erblick der Wölfe große Schar,
die sich zur nächt´gen Jagd vereint.

Komm´ zum Hort der schwarzen Mächte,
steig schnell ab und renn hinein.
Ras´ durch tiefe faul´ge Schächte
dring in den Rittersaal dann ein.

Wo sie all´ versammelt sitzen,
je nach dem Rang und Furchtbarkeit.
Trinken Blut bei ihren Witzen
und lachen sich die Bäuche breit.

"Habe Kummer jetzt da droben,
brauch mal dringend euren Rat.
Möcht ab jetzt bei euch hier wohnen,
weit weg von Lug und Missetat."

Ein Lächeln spielt um Teufesl Mund:
"Ich kenne all die Sorgen dein.
Willst in der Hölle mit mir leben?
Dann bleib. Sie soll dir offen sein."

© Gilbert 2004



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