Wahrnehmungen





Abschied, die Tür zur Zukunft

Manfred Hinrich







An Tages Neige

Fortan will ich nun müde ruhen,
der Tag vergeht, es dunkelt schon.
Nun klinget mir aus nächtgen Gründen
ein leichtig schwebend, süßer Ton.

,Im Traum nur will ich Klängen lauschen
,
sie rühren mir mein stilles Herz.
Wo ist das Wort, das Sinne rührte,

vergessen lässt mich jeden Schmerz.


Jedoch denk ich an künftge Zeiten
und weiß, vorbei ist alles Tun.
Denn jetzt sitz ich an Traumes Straße,
um endlich friedlich auszuruhn.

Sanft lächelnd steht der Mond am Himmel,
die müden Wolken stehen schwer.
Des Tages Laute sind erloschen,
ich fühle keine Zeiten mehr.

Urheberrecht Gilbert 2011









Es wär zu schön

Ich hab es gut! Die Nacht und ich, nur wir allein!
Wie Perlen glänzt der Fluss, unter goldnen Sternen,
doch sieh, ja, wirf zurück den Kopf und schau hinein;
wir sind so rein und weit, über uns die Fernen.

O nenn mich ruhig Tor, nenn mich doch so, wie du
es willst! Und der Geist verstumme und vergehe.
Es fließt dem Herzen so viel tiefe Liebe zu,
daß ich nichts tun kann, nicht will und nicht verstehe.

Bin ich verliebt, gar krank? Der Kopf wird nimmer still-
so höret und begreift-  bei Schmerz und heißer Träne.
Und daß ich auch nur fühl, ist´s was ich sagen will,
o lieb mich wie ich dich, so wie ichs ersehne.

Urheberrecht Gilbert 2012






Ein besonderer Tag (Triolett)

Mich freut der erste Frühlingstag,
er lässt mich froh und heiter wallen.
Ich wandre früh, wie ich es mag,
freu mich am ersten Frühlingstag
auf Vogellieder aus dem Hag.
Schon lang kann mir Natur gefallen,
wie jetzt am ersten schönen Frühlingstag:
Er lässt mich froh und heiter wallen.

Urheberrecht Gilbert 2012








Lauschen

Sag mir, was dich so bewegt,
daß die blanken Tränen rinnen.
Ist es, weil Natur sich regt,
Frühling lebt in deinen Sinnen?

Sehnsucht auch, ein tief Begehr
läßt das Herze schneller schlagen.
Es versagt die Gegenwehr,
bleibt die Frage, soll ichs wagen?

Fernher klingt der Vögel Lied,
wenn die kühlen Bächlein rauschen.
Ruf die Lieb her, die dich mied,
reich dein Ohr hin, um zu lauschen.

Urheberrecht Gilbert 2012 



 





Trugbilder

Durch stille Gärten weht ein Wind,
sehr kühl, auch wild und ungestüm.
Steh staunend: O, wie schön sie sind!
Doch werden niemals Blumen blühn.

Denn meine Augen war´n wie blind,
mein altes Herz so gut wie tot.
Fühlte nichts als diesen Wind
und dieses fahle Morgenrot.

War einst erfüllt von hellem Licht,
vom warmen Sommersonnenschein.
Nun weht der Sturm in mein Gesicht
und ich steh hilflos da und wein.

Durch stille Gärten weht ein Wind,
zerzaust nun wütend graues Haar.
Die Gärten, o, wie schön sie sind!
Ich fühl es tief, sie sind nicht wahr.

Urheberrecht Gilbert 2012







Nächtliches Wirken (Distichon)

Nächtlich geh ich vors Haus und such am Himmel nach Sternen,
Habe stets sie beschaut, alle die Lichter des Alls.
Stehen dort oben so fahl und schaun herab zu der Erde,
ich bin fasziniert stets, liebe den herrlichen Glanz.
Sehe ihn dann von Fern, den wir doch alle so lieben,
voll und rund steht er dort, blickt auf uns Alle herab.
Ja, er bewegt unsre Welt, beglückt die Liebenden immer,
Er ist es, unser Mond. Stern, der uns leise beglückt.

Heiter geh ich ins Haus, erfüllt vom Sehen der Sterne,
setze mich hin zum Herd, Wärme umfängt mich sofort.
Fühle ein seltsames Glück, das ich nie wieder vergesse
und ergeb mich dem Schlaf, der mich nun endlich besiegt.
Träum vom Mond und dem All, von Feen und niedlichen Zwergen.
Riesen auch erkenn ich, machen den Schlaf mir nicht leicht.
Nacht in den Bergen hier, sie bringt mir Glück und Erholung,
Hoffnung auch für die Zeit, welche wohl vor mir noch liegt.

Urheberrecht Gilbert 2012









Abendstimmung
 
Abend legt mit sanfter Hand
Dunkelheit auf unsre Welt.
Venus lacht vom Himmelszelt,
Friede legt sich übers Land.
 
Vögel haben ausgesungen,
alle Tiere gehn zur Ruh, 
nur der Mond schaut dabei zu,
wie die Wolken aufgesprungen.
 
Wolln niemals innehalten
fliehn grau-schwärzlich übers Feld,
das die Hände offen hält,
um sie so festzuhalten.
 
Die Verschwiegenheit der Nacht
lässt oft das Bangen spriessen.
Nur der kann Schlaf geniessen,
dessen Schicksal wird bewacht. 
 
Urheberrecht Gilbert 2012








Heimkehr



Stets will der Frühling wiederkommen
in die noch winterliche Flur.
Des Winters Herrschaft ist genommen,
für ihn schlägt nun die Zeitenuhr.



Der Lenz suchts Spielzeug jetzt zusammen,
welches die Kälte ihm zerstört.
Er putzt den Wald mit güldnen Flammen,
der Nachtigall er Lieder lehrt.



Er haucht den Atem aus, den süßen,
durch seinen zarten, roten Mund.
Im Grase Klee und Erdbeer sprießen,
schaun froh sich um im weiten Rund.



Urheberrecht Gilbert 2012




 

Datenschutzerklärung
Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!