Von mir zu dir

 




Für ein Schiff ohne Hafen ist kein Wind der richtige

SENECA







Traumerfüllung

Ein kleiner Traum, nur kurz erfühlt,
hat mich erhitzt in jener Nacht.
Er war nur Schaum, war schnell verkühlt,
hab nicht mehr lang an ihn gedacht.

Eines nur, das wird mir klarer,
man kann nicht halten, was man will.
Traumerfüllung, sie wird rarer
und in den Herzen wird es still.

© Gilbert








Magischer Ritt

Einsam im Sande geh ich hin,
die Körner netzen mir den Fuß.
Sanftig umspielet mich der Wind,
lieb tröstend wie von einem Kuss.

Geh ganz still so in Gedanken,
gefangen von Melancholie.
Höre plötzlich Hufe stampfen,
fühl eine zarte Phantasie.

Ein prächtig Pferd fliegt übern Sand,
so rasend schnell holt es mich ein,
dass mich ein Sehnen überwand
in diesem Bild von Licht und Schein.

Darf mich auf Pferdes Rücken setzen,
da geht es eilends auch schon fort.
Des Staubes Sprühen will mich netzen,
dann bin ich fort von diesem Ort.

Schneller Ritt, hin zu den Fernen
die in weiten Welten liegen.
Weiter noch zu jenen Sternen,
wo die bunten Träume fliegen.

© Gilbert









Unsere Welt

Seh mit Schmerzen, wie sie leidet,
mit tiefen Wunden, seufzend, lebt,
dass Natur nun  stille weinet
und sich zur weiten Oede webt.

Stumm ist bald der Laut des Lebens.
der mich von Kindheit an bewegt.
Blütenrausch und Hauch des Webens
sind längst aus ihrem Schoss verweht.

Klage nur hör ich in Welten,
die sonst so lieblich mich betört.
Alles Mahnen konnt nichts gelten,
den Menschen, die nicht zugehört.

Kalt schwebt sie durch den dunklen Raum,
hin in ewig stillen Sphären.
Die Erd´ erreicht des Weltalls Saum,
wo nichts ist, kann auch nichts währen.

@ Gilbert








Der Löwe

Er schreitet müd umher im Kreise,
dem dunklen Aug entfällt kein Blick.
Und verhält den Schritt ganz leise,
da kein Gedanke geht zurück.

Auch nicht fort durch Eisenstäbe
geht sein Hoffen in die Welt.
Ihm ist so, wie wenn´s nicht gäbe,
die Freiheit und das Sternenzelt.

Schüttelt langsam seine Mähne,
entblößt zum Gähnen Zahn um Zahn.
Schaut hinauf als wenn er wähne
den stillen Mond auf seiner Bahn.

© Gilbert








Abendlied

An dunklen Himmels Saum
seh ich der Sterne Licht.
Strahlet auf jeden Baum,
auf Blätter, dicht an dicht.

Die Blumen nicken leis
mit ihren Köpfchen klein.
Der Engel zarte Weis
lädt sie zum Träumen ein.

Schlaf auch du nun leise
in wonniglicher Ruh.
Halt dich eine Weile,
küss dir die Äuglein zu.

© Gilbert








Der Tanz


Töne  klingen, Herzen schlagen,
wenn wir uns im Tanze drehn.
Selig schweben, ohne Zagen,
wenn die duft´gen Kleider wehn.

Träume fliegen, Augen funkeln,
freudig lebt die Seel in mir.
Wo die lauen Lüfte dunkeln
ist mein Herz ganz nah bei dir.

Wohlig gleiten wir zum Lichte,
in uns lebt die Melodie.
Und in der Gefühle Dichte
fühlen wir die Harmonie.

Tanzen glühend in den Garten,
küssen uns im Abendschein.
Wo die Glüwürmchen schon warten.
Und der Mond? Er lächelt fein.

© Gilbert






Sommernacht

Töne klingen, Blätter rauschen
in der lauen Sommernacht.
Möcht dem kühlen Bächlein lauschen,
wenn der Mond am Himmel wacht.

Leises Flüstern, mildes Sehnen,
sich von Mensch zu Menschen schwingt.
All mein Denken und auch Wähnen
tief zu deinem Herzen dringt.

Wo es lächelt, zart sich neigend,
deinen schönen Lippen zu.
Leise, leise, milde schweigend,
geht die müde Welt zur Ruh.

© Gilbert








Wie so oft

Eine alte Buche trauert
still und trübe in den Mai.
Ein uraltes Häuschen kauert
schwer sich lehnend dicht dabei.

War ein Nistplatz in den Zweigen,
aus dem Haus drang Freude raus.
Kälte kam und Leid, und beiden,
gingen alle Lichter aus.


(c) Gilbert




 

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