Verliebter Schwan





Ein Umzug aus Liebe

Der Schwarze Peter folgt seiner Tretboot-Freundin

Es ist eine Liebe, die länger als einen Sommer hält. Das bewies jetzt
der schwarze Schwan, der seit dem Frühjahr auf dem Aasee in Münster
einem weissen Tretboot in Schwanengestalt den Hof macht.


Ein Umzug aus Liebe

Als das Boot jetzt über den Winter eingelagert werden sollte, stellte
sich die Frage: "Was macht der verliebte Trauerschwan?" Nun sollen beide
- der echte und der Kunststoff-Schwan - gemeinsam im nahen Allwetterzoo
Münster überwintern. Der Umzug des Päarchens ist ebenso aufsehenerregend
wie die Liebe des ungleichen Paares.

Ob die Liebe hält?

"Wir werden versuchen, den Schwan mit Hilfe seines Tretbootes in den Zoo
zu locken", erklärt Zoodirektor Jörg Adler. Hört sich einfach an, ist es
aber nicht. Denn für die gut zwei Kilometer lange Strecke auf dem
Wasserweg, der den See mit dem Zoo verbindet, wird eine gute Woche
veranschlagt. "Der Schwarze Peter soll Schritt für Schritt an die neue
Umgebung gewöhnt werden. Ausserdem wissen wir nicht, ob die Liebe so
stark ist, dass er dem Boot folgen wird. Vielleicht zieht er sich auch
wieder auf den See zurück", erklärt der Zoochef.

Liebe geht durch den Magen

Die Sorgen sind offenbar unbegründet. Als sich das weisse
Schwanen-Tretboot in Bewegung setzt, hält es auch den verliebten
Wasservogel nicht mehr am Steg der Yachtschule, zu der die
Kunststoff-Geliebte eigentlich gehört. Doch auf die Macht der Gefühle
allein will sich an diesem Tag niemand verlassen. Und so hat
Tierpflegerin Monika Evering noch einen Eimer Futter mitgebracht, das
der gefiederte Romeo offenbar genauso mag wie seine Angebetete, die doch
noch nie sein Flehen erhört hat.

Im Auge der Öffentlichkeit

Beobachtet von zahlreichen Medienvertretern, die das ungleiche Paar auf
der ersten Etappe ihrer Reise begleiten, und den vielen Münsteranern,
die am Ufer "ihren" Schwan noch einmal fotografieren, paddeln der
schwarze und der weisse Schwan zwar nicht dem Sonnenuntergang, aber der
500 Meter entfernten Boje entgegen, dem Ziel der ersten Etappe.


Der Trubel scheint dem Schwarzen Peter gleichgültig. Er schenkt seine
Aufmerksamkeit der mit menschlicher Muskelkraft angetriebenen Geliebten
- und dem Futter. Nur kurz verlässt er manchmal die Seite seiner grossen
Liebe, die ihm nie nachschaut, nie verliebt schnäbelt oder die Flügel
spreizt.
Nach gut einer halben Stunde haben Tier und Boot die Boje erreicht. "Es
hat schwanenmässig geklappt", freut sich Adler (Tretbootverleiher). "Es scheint, dass das
Tretboot für ihn doch sehr wichtig ist." Tierpflegerin Evering lächelt
ebenfalls, während der Schwarze Peter nur Augen für die
Tretboot-Schwanendame hat. Etwas Salat soll das Tier ablenken, damit es
nicht den Menschen folgt. Aber der Schwarze Peter macht nicht die
geringsten Anstalten, seiner Herzensdame von der Steuerbord-Seite zu
weichen.
Erst am Ende wird sich zeigen, ob der Schwan sein neues Quartier
annehmen wird. Sollte er zurückfliegen, kann er bedenkenlos auch im
Aasee überwintern, versichert der Zoochef. Und auch erst am Ende der
Umzugswoche (09.11.06) will Adler verraten, ob der Schwarze Peter nicht
doch eine Schwarze Petra ist. Denn das Geschlecht des Tieres ist bisher
noch ein Geheimnis. So, wie das Ende dieser ungewöhnlichen Romanze.
 

Sie ist eine Dame, der Gentest hat es gezeigt.

 



 




 

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