Traumhaftes
 

 




Wer überall sein will, ist nirgends zu Hause








Scheinwelten

Mir wird so licht, wenn ich in Wunderwelten,
ganz verzückt  in meinen Träumen schweb.
Ich fühl es stark, mir kann nichts gelten,
wenn Mondes Glanz sich leise zu mir legt.

Vom Himmel her erklingen süße Lieder
erhellen tief mein Herz und all mein Sein.
Die Ruh der Sterne senkt sich auf die Glieder
und läßr mich leben in der Welt des Scheins.

So wandre ich fort, durch Zeiten und durch Raum,
sanft geführt vom Sirren der Libellen.
Die Bilder ändern sich von Raum zu Raum,
bis der Tag wird meine Welt erhellen.

© Gilbert 2004










Aufbruch 
(Endecasillabo in Form einer Stanze)

Der Tag erwacht, es brechen seine Schritte
den sanften Schlaf, der mich so warm umfing,
daß ich, befreit aus meines Traumes Hütte,
den Fluss entlang mit frohem Herzen ging.
Ich blickte nun bei meinem leichten Tritte
zur frischen Blume, die voll Tropfen hing.
Der neue Tag erfüllt mich mit Entzücken,
denn alles war bereit, mich zu beglücken.

Urheberrecht Gilbert









Heimweh

Einst zog ich hin zu einem fernen Land,
Zypressen bogen sich in warmer Luft.
Und Blüten hüllten mich mit ihrem Duft
bald in ein buntes, kühlendes Gewand.

Vögel sangen unbekannte Lieder
ins weite, azurblaue Himmelzelt.
Den Hain verlassend sah ich neue Welt,
fand mich müd an Siams Küste wieder.

Und auf Felsen, die das Meer umbrannte
fand ich ein Weilchen meine liebe Ruh.
Ein kleiner Hund nur schaut mir blinzelnd zu,
tat ganz so, als ob er mich schon kannte.

Während ich blickte auf die ruh´ge See
ging all mein Sehnen hin zur Ferne.
Denken ging zur Heimat hin so gerne,
nahm es tief war in meinem stillen Weh.

Urheberrecht Gilbert 2009









Hallig

Die hohe Flut verspült den Weg im Watt,
macht schnell die Erd an allen Stellen gleich.
Das schmale Eiland drüben aber hat
die Augen zu, verdrossen stöhnt der Deich.

Und die Bewohner, die in schwerem Traum
gehalten werden, leben in Welten,
wo jedes Wort verschafft sich einen Raum
andauernd, schweigend, denn sie reden selten,

über jenes Fremde, Unbekannte,
das ungeprüft sich ihnen naht und bleibt.
Das ist es nun, was ihren Blick umschreibt

schon immer, das auf sie Zugewandte,
Schwere, Übermäßge, Altbekannte,
das ihr Alleinsein ständig übertreibt.

Urheberrecht Gilbert 2009









Sehnen

Es leuchteten hell mir die Sterne,
als ich einsam am Fenster stand.
Nahm auch wahr aus endlicher Ferne,
Ruf des Uhus im stillen Land.

Zwei junge Gefährten, sie gingen,
dort vorüber an Berges Hang,
ich hörte im Gehen sie singen
die so dunkle Straße entlang,

und sie sangen von Sehnsuchtsbildern,
von Pflanzen, die überm Gestein
in dämmernden Gärten verwildern,
von Palästen im Abendschein.

Wo die Mädchen dann stille lauschen,
wenn der Gitarre Ton erwacht,
und die Bäche vergehend rauschen
in der dunkelnden Winternacht.

Urheberrecht Gilbert 2009







Jahreswende

Es nahet nun das Jahersende
in kalter, weisser Winternacht.
Fühl tief im Herzen auch die Wende
ganz voller Hoffnung, mit Bedacht.

Wenn Flöckchen leis zur Erde fallen,
die Glocken schalln vom Turme her
und rund um mich die Böller knallen,
dann wird mir oft die Seele schwer.

Kann ich in dem Gewissen hegen,
dass ich des Tages Pflicht oblag?
Wird mich erfreun der Abendsegen
nach einem schwer verbrachten Tag.

Nun kann ich durch die Fenster schauen
hin in die nächtge, stille Welt.
Der Sterne Schar schenkt mir Vertrauen
und auch der Mond am Himmelszelt.

Urheberrecht Gilbert 2009







Abend im Winter

Wenn der Schnee zu Boden fällt
sanft des Tages Licht entgleitet,
ist der Abend uns bereitet,
unser Heim so gut bestellt.

Bist du auch vom Geh´n geschafft,
tritt nur ein auf stillen Pfaden.
Lieblich blüht der Baum der Gnaden
aus der Erde Saft und Kraft.

Wanderer kommt müd herein,
Schmerzen macht die hohe Schwelle.
Blicket dann in schönster Helle
auf der Tafel Brot und Wein.

Urheberrecht Gilbert 2009










Himmelsweh

Weit durch den Äther wehet ein Gedanke
durch dunkle Wolken, grau und regenschwer.
Wie in dem Bette sich der arme Kranke,
wirft sich der Baum im Sturme hin und her.

Vom Moore schleichen schwermutträchtge Schauer
und weiße Nebel übers flache Land.
Der Himmel ließ, im Laufe seiner Trauer,
die Sonne einfach fallen aus der Hand.

Urheberrecht Gilbert 2009

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