Sommerwind




Freundliche Worte können kurz und leicht ausgesprochen werden, aber ihr Nachklang ist unendlich

 

Mutter Teresa







Das Unerreichte

Umsonst von Tag zu Tag will weit mein Auge gleiten
nach jeder Richtung hin, nach jedem Himmelsstrich.
Umsonst ersieht mein Blick die unerreichten Weiten,
ich fühle, nirgends gibt´s ein ewig Glück für mich.

Was soll´n mir Fluß und Tal, was Bauten und Paläste,
da ihnen ja die Macht, mich zu verzaubern, fehlt?
Wildbäche, Steingeklüfte, dunkles Baumgeäste,
das Inn´re fehlt euch ganz, und alles wirkt entseelt.

Vielleicht, daß drüben einst, wo hinter fremden Sternen,
durch fremde Himmel hin der Sonne Strahlung zieht,
vom Irdischen befreit, versetzt zu ew´gen Fernen,
was Sehnen ihm verhieß, mein Geist erfüllt nun sieht.

Nun lab ich mich am Bach, den ich erträumt mit Tränen,
dann zieht das Hoffen ein, die Lieb´ in meine Brust.
So grüßt das Ideal, das alle sich ersehnen
und das zu nennen doch kein Menschenkind gewußt.

Urheberrecht Gilbert 2010









Zwei Seiten


Hin zu des höchsten Himmels Sphäre
hat der Adler sich erhoben.
Doch er erzittert vor der Leere,
die so endlos ihn umwoben.

Es weiß, daß er den Niederungen
der Erde fern ist, ach, so weit,
Ist in das Ew´ge eingedrungen,
um jenen Preis der Einsamkeit.

Und unten schließt ein sichrer Riegel
das Vöglein in den Käfig ein.
Ist einsam dort und doch ein Spiegel
flüstert ihm ein, es sei zu zwein.

Es liebt sie so, vertraute Züge,
ein Glück, daß ihm nur Freude gibt.
Dennoch ist alles Schein und Lüge
und falsch ist alles, was es liebt.

Der Aar in seinem Lichtgefilde,
der ist in seinem Herzen krank.
Das Tierchen vor dem Spiegelbilde,
es zwitschert laut, voll Tatendrang.

Urheberrecht Gilbert 2010









Altern (Rondel)


Ich fühl es öfter jetzt- bin leer,
als wär´n versiegt die Lebenswellen.
Möcht spür´n der Kräfte Wiederkehr
und meines Hundes leises Bellen.
Ihn rührt des Herrchens Schwäche sehr,
ich fühl es öfter jetzt- bin leer.
als wär´n versiegt die Lebenswellen.

Die Plastiktüten wiegen schwer,
kein schlechter Kauf. Die Waren quellen
vor Enge über, hin und her
und fall´n zum Bürgersteig, dem hellen.
Zu Haus fällt mir das Hungern schwer,
ich fühl es öfter jetzt- bin leer,
als wär´n versiegt die Lebenswellen.

Urheberrecht Gilbert 2010









Sommerruh


vom fernen Hof kräht her zu mir der Hahn,
in diese hitzeschwangre Einsamkeit.
Die Schönheit der Natur erhält den Wahn,
die Welt sei schön und so unendlich weit.

Die Himmelsbläue über mir, senkt sich
auf saftge Wiesen, Wald und jeden Baum.
Da ruh ich hingestreckt und denk an dich,
will träumen mich zu Paradieses Saum.

Die Bine summt mir zu, geschäftges Tun,
ein Falter irrt umher; durchs Lauschen dringt
der Grillen Zirpen hell und in dem Ruhn
mir frischer Wind ein wenig Kühlung bringt.

Urheberrecht Gilbert 2010








Der erste Kuss (Triolett)


Der erste Kuss der Jugenzeit
war mir der süßeste von allen.
Das Leben hielt noch mehr bereit
als diesen Kuss der Jugendzeit.
Mein Arm umfing dich, Herz ward weit,
ich konnt vor Freude nur noch lallen.
Drum war der erste Kuss der Jugendzeit,
für mich der süßeste von allen.

Urheberrecht Gilbert 2010








Sonett und Wein

Sonette sind wie reife Trauben,
die einen weiss, die and´ren rot.
Verspeis sie gern wie´s täglich Brot,
sie können den Verstand mir rauben.

Auch sind sie süss und schön gerundet,
verführ´n durch Frische und Geschmack.
Ach, füll sie nie in einen Sack,
ist der Empfindlichkeit geschuldet.

Sind Früchte, die das Herz erfreuen,
die große Hitze einzig scheuen,
berauschen uns als herber Wein.

Sonette wurden stets gepriesen,
weil sie befähigt sich erwiesen,
uns zu verzaubern und das Sein.

Urheberrecht Gilbert 2010








Wort und Adler

So schnell und frech ist manches Wort gesagt,
doch kann es auch im sanften Winde stehn.
Was immer wieder Widersprüche wagt,
das darf in diesem Leben nicht verwehn.

Es wechselt ständig, ist mal lieb, dann roh
und dienert nicht vor Regeln und System.
Ein stolzer Adler macht es ebenso,
ihm ist auch seltne Beute oft genehm.

Er siegt im raschen Sturz, dann hat er Zeit,
jene weite Freiheit auszuleben,
die ihm gemäß ist, niemals gibt es Streit.
Sehe ihn im Namenlosen schweben.

Urheberrecht Gilbert








Wohltat der Natur

Aus fernen Sphären scheint herab zu uns die Sonne,
sie teilt ihr weites Reich mit Mond und Sternen.
Die Menschen ziehen aus dem Lichterbronne,
Juwelen wohl in Form von Lebenskernen.

Vom Morgen- bis zum Abendlande gehen
der Wolken flockig weiche Wattebäusche
am Himmel lang und folgen jenem Wehen,
das sanft sie treibt mit pfeifendem Geräusche.

Zusammen mögen sie den Blick verblenden,
da kann die gleißend helle Weltenkrone
uns Energie und alle Wärme spenden,
mich reizt der Duft von Kirsche und Zitrone.

Urherrecht Gilbert 2010





 

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