Sommernachtstraum



 



 

Nachtgedanken (Huitain)

Unterform der Stanze (ababbcbc)

So jung wie einst, das bin ich niemals mehr,
nur im Stillen mag ich daran denken.
Durchs offne Fenster schweben Träume her,
wollen mir so leichtig Freude schenken,
mich ganz sanft in ferne Zukunft lenken.
Kann ich in künftgen Tagen glücklich sein?
Möcht der Ferne keinen Glauben schenken,
mich lieber träumend leisen Nächten weihn.

© Gilbert









Trauer

Sieh, die alte Weide trauert,
Blätter leis sich regen.
Alle Welt scheint zugemauert,
und will sich nicht bewegen.

Im Geäst die Vögel singen,
fliegen emsig ein und aus.
Um den Stamm die Hasen  springen,
fühlen sich so ganz zu Haus.

Wir  beugen auch so still das Haupt,
wenn wir ganz leise weinen.
Wohl dem, der dann so innig glaubt
an jenen einzig Einen

© Gilbert










Was sind Worte...

Alle Worte und Gedanken,
die mein Dichten leicht beleben,
sind sie immerjunge Ranken,
die sich in den Wäldern regen?

Und die Lieder, die das Träumen
stiller Sinne lieb vergeben,
gleichen sie wohl jenen Räumen,
wo sich hohe Wipfel regen?

Meine Worte, die euch künden,
frohes Zwitschern aus den Zweigen.
Ach, mein Lied kann doch ergründen,
nur ihr Echo, ich muss schweigen.

Still sein, wenn ich dich besuche,
Bergwald, der du blickst hernieder.
Lebet Träume, rausche Buche,
was sind Worte, was sind Lieder!

© Gilbert









Wohlige Nacht

Sanft schwingt die Nacht sich nieder
auf unsre weite Welt.
Geb mich an sie nun wieder,
dass sie mich zärtlich hält.

Träume von den Sternen
und einer heilen Welt.
In der aus grossen Fernen,
der Liebe Strahl mich hält.

Der stille Mond zieht leise
am dunklen Himmel hin.
Freut sich auf seine Weise,
dass ich zufrieden bin.

So mögen alle liegen
in traumesreicher Ruh.
Wenn linde Lüfte wiegen
mich leicht dem Morgen zu.

© Gilbert










Ein Sonnenstrahl

Ein Sonnenstrahl ist mir beschieden,
dachte schon, ich würd gemieden.
Scheint so wärmend auf mein Hirn,
küsst so zärtlich meine Strin.

Was hat ihn denn nur bewogen,
dass er kommt zu mir geflogen?
Hatte mich doch ganz vergessen,
mich, der so auf hn versessen.

Streck ihm meine Arme beide,
froh dahin, auf dass ich weide,
mein bleich Gesicht in seinem Licht.
Schweisstropfen fallen, dicht an dicht.

Mein Gemüt ist wieder heiter,
gern geh ich durchs Leben weiter.
Lieblich sind des Sommers Düfte,
möcht mitschweben durch die Lüfte.

© Gilbert









Sommerschlaf (Alexandriner)

Zum Duft der Blumen will ich die Seele legen,
die mich belebt, betört und leichtig zart veführt.
Wo der Abendhauch die Blätter möcht bewegen,
befreiet sich mein Herz, vom Winde zart berührt.

Glockensang vertreibt mit Tönen und mit Klängen,
die Wehmut mir und schenkt mir starke Zuversicht.
Sorgen fliehen fort, mit ihnen das Bedrängen,
ein Vogelsingen freut mein Herz im Abendlicht...

...für lange. Dann will mein müdes Aug sich schliessen,
die Lebensneugier ruht, fest in sich eingekehrt.
Der Nachtmaar eilt herbei, Träume zu vergiessen
und Freude hält das Land, ich schlafe unbeschwert.

© Gilbert








Design by Keyscha

Strandgedanken

Fliege, kleine Möwe, fliege,
leicht und froh zur Liebsten hin.
Künde ihr die Herzenstriebe,
die mir füllen Herz und Sinn.

All mein Hoffen und mein Sehnen,
leg es ihr getreulich dar.
Will mich an die Reeling lehnen,
um zu schaun ihr schwarzes Haar.

Auch das Segelschiff, es lieget,
nun am weissen Meeresstrand.
Wo der Wellen Schlag sich wieget
und ich bunte Muscheln fand.

© Gilbert










Erinnerung

Ich weiss, du hast mich doch einmal
in einem and´ren Licht gesehn.
Es war, als wir in Liebesqual,
beschlossen, miteinand zu gehn.

Damals, zu der Zeit der Rosen,
verliebt war´n wir in ihren Duft.
Tief verloren so im Kosen
verging mir leichtbeschwingt die Luft.

Da wurd ich wach und konnt nicht mehr,
die vertraute Stimme hören.
Lag so allein am weiten Meer,
Wellenschlag wollt´mich betören.

 Sah dich durch das Wasser schreiten,
dein dunkles Haar zerfloss im  Wind.
Letzter Blick flog hin zu Weiten
und wurde langsam still und blind.

© Gilbert









Der Wunsch (Sonett)

Es steigt der Wunsch, von einem Traum getragen
zu Himmeln auf, es ist ein weiter Flug.
Hinauf zum Mond, will er die Reise wagen
ins Himmeslszelt, Welt ohne List und Trug.

Er fliegt so leicht, von Hoffnung angetrieben,
durch Sphären, die fremde Klänge zeugen.
Nichts hält ihn auf, will ewig weiterfliegen,
sich keinem Ruf, niemands Willen beugen.

Still weilst du hier, schauend zu den Fernen,
so hoffnungsvoll, dass die Erfüllung naht.
Dann erst  könntest du in Liebe leben.

Wartest fort, dieweil die Sinne beben,
unermüdlich, die Sehnsucht wird zur Tat,
bis die Seele ruht auf goldnen Sternen.

@ Gilbert







 
Datenschutzerklärung
Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!