Herzgedanken








Verzauberung

Ein Flüstern in den Zweigen
will leis sich zu mir neigen
im roten Abendlicht.
Der Windhauch schwebt durch Bäume,
belebt so zart die Träume
und Blätter, dicht an dicht.

Droben lächelt lieb der Mond,
wird von Sternen nicht geschont
in dem stillen Wirken.
Zarte Elfchen tanzen fein
in dem blassen Mondenschein
unter zarten Birken.

Lege mich ganz müd zum Grund
in der späten Abendstund
Hoffnung nur im Herzen.
Schwer fall´n mir die Lider zu,
auf die Glieder legt sich Ruh,
löschet alle Schmerzen.

© Gilbert 2006









Kyrill

Ängstlich sitz ich, verborgen im Haus,
umtost von Blitzen und Regen.
Was wird geschehen, wann ist es aus?
Bleib ich auch diesmal am Leben?

Bäume stürzen, Äste zerbrechen
Autos werden hinweg geweht.
Laub fliegt umher. Hilfloses Rechen,
Kyrill tobt und alles vergeht.

Jetzt übt er Rache, zeiget Stärke,
vom Hause fällt polternd das Dach.
Schamvoll blickt der Mensch seine Werke,
tiefe Sorge hält ihn nun wach.

Wird sich bald in Sicherheit wiegen,
feiert fröhlich sein Entrinnen.
Weiss doch, so wird er immer siegen,
fest in seinem Herzen drinnen.

© Gilbert 2007











Abschied

In tiefer Nacht lass ich mich müde nieder,
um von des Lebens Mühe auszuruhn.
Nur langsam schließen sich der Augen Lider
und endlich kommt zur Ruhe alles Tun.

Nur meine Hände müssen sich noch regen,
formen aus Gedanken bunte Träume.
Sie lassen sich zu großen Tüchern weben,
bis zum Himmel dringen ihre Säume.

In sie hinein fällt alles Gold der Sterne,
sein Glanz erfüllt nun weithin Raum und Zeit.
Ein süßes Klingen hör ich aus der Ferne,
mein Sehnen schwingt sich zu den Himmeln weit.

Das arme Herz kann alles Glück nicht fassen,
hat seinen Schlag zu mir zurückgelegt.
Hab mein Haupt zum Kissen fallen lassen,
als mich die Seele leise küßt und geht.

© 
Gilbert 2007









In fernem Land

Einst zog ich hin in einem fernen Lande,
Zypressen bogen sich in warmer Luft.
Und Blüten hüllten mich mit ihrem Duft
bald in ein buntes, kühlendes Gewande.

Die Vögel sangen unbekannte Lieder
ins weite, azurblaue Himmelzelt.
Den Hain verlassend sah ich neue Welt,
fand mich so müd an Siams Küste wieder.

Sitzend auf Felsen, die das Meer umbrannte
fand ich ein Weilchen meine liebe Ruh.
Ein kleiner Hund nur schaut mir blinzelnd zu
und tat ganz so als ob er mich schon kannte.

Während ich blickte auf die ruhige See
drängte mein Sehnen weithin zur Ferne.
Das Denken ging zur Heimat so gerne,
nahm seufzend es wahr in dem lautlosen Weh.

© Gilbert 2007








Umwelt

Ich beweine all die blassen
gefallnen Blätter im Land.
Die Menschen, die in den Gassen,
sich weinend geben die Hand.

Seh Kinder an Flüssen stehen,
die senden fauligen Duft.
Wenn tosende Stürme wehen,
erahnen sie ihre Gruft.

Wir sollten die Mahnung spüren,
die weit aus den Wäldern klingt.
Lockt uns weg von dunklen Türen,
die nicht unsre Heimat sind.

© Gilbert 2007

 
 






Freiheit

Das Höchste, was ich im Leben hab,
dass mir so tief im Herzen ruht,
Ist Freiheit, die ich so liebend mag,
die mich erfüllt mit neuem Mut.

Sie ist der Ursprung unsres Lebens,
ja, höchstes Gut der Menschenwelt.
Auch wohl der Inhalt allen Webens,
das uns an diese Erde hält.

Die Freiheit darf man nie verraten,
lasse sie dir nie entreißen.
Frei sollst du sein in Wort und Taten,
willst ein guter Mensch du heißen.

Berauschet Menschen, Völker, Welten,
schwingt sich zu allen Fernen hin.
In Wüsten selbst, in bunten Zelten
haben die Menschen sie im Sinn.

Mit unserem Atem fliegt sie fort,
erfüllt der Völker sehnend Herz
und kommt stets zurück zu diesem Ort,
wo ich schon warte voller Schmerz.

© Gilbert 2007







 
Wandel
 
Zum Frühling will des Jahres Licht sich neigen;
der Liebe tiefes Glück, es kehrt nun wieder
in der Treue Schoss zurück; es schweigen,
die sie entflammten, längst im Wald der Lieder.
Die Lieb entflieht und kalt entfällt von Zweigen
das stille Laub, der Blumen Glanz sinkt nieder.
Das Herze stirbt,die Kammern sind geschlossen,
worin das rote Blut sich frisch ergossen.
Zu bunten Karten greift die Hand der Spieler.

© Gilbert
2007








Tagesbeginn

Wenn die Sonne wärmeträge
belebt den neuerwachten Tag,
wandre ich durch Waldeswege,
durch das bunte Blattgehege,
ernst und stille, wie ich´s mag.

Gehe zu den duftbemühten
Gefilden, ihres Werts bewußt.
Auf dem Haupte bunte Blüten
und von frühlingshaften Mythen,
voll die sehnsuchtsschwere Brust.

© Gilbert 2007










Abends

Nun ist der helle Tag vergangen,
versinkt nun still in dunkler Nacht.
Nur die goldnen Sternlein prangen,
der bleiche Mond hält seine Wacht.

Leis legt sich auch der Wind zur Ruh
und glaubt, er hat sein Werk getan.
Nur noch die Wolken schauen zu
auf ihrer langen, weiten Bahn.

Längst ist der Vögel Lied verklungen,
in tiefem Frieden liegt der Wald,
Nur eine noch hat dann gesungen,
vom hohen Ast die Nachtigall.

Von Lieb und Treu es perlend klingt,
könnt ihr immerwährend lauschen.
Ach ja, wenn je mein Leben sinkt,
dann möchte nur mit ihr ich tauschen.

© Gilbert 2007



 


 

 

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