Herzenstriebe







Leben

Über zauberhafte Blüten
geht mein Blick in weite Fernen.
Will nicht mehr das Haus nur hüten,
sondern wandeln unter Sternen.

Süsser Duft wird mich begleiten
hinein in eine bessre Welt.
Wo im Wechsel der Gezeiten
mich nur Gottes Liebe hält.

Will dann weissen Wein nur schlürfen
und stets von Herzen glücklich sein.
Nur nach Frieden trachten dürfen
am blauen Meer im Sonnenschein.

© Gilbert 2009









Das Meer

Zur leichten Brise will ich die Sinne legen,
fühl mich belebt und zärtlich lieb verführt.
Wo starke Brandung das Herze will bewegen,
da leb ich auf, von Wellen leicht berührt.


Wenn alle Wogen sich zu den Füssen brechen,
geht das Herz mir auf, weit zum Meere hin.
Will freudig geben ein heiliges Versprechen,
dass nie vergeht die See mir aus dem Sinn.

© Gilbert 2009










Eine Rose

Sie duftet stark, die rote Rose,
ist wunderschön, so hold und rein.
Rundum das Grün, so leichtig lose,
glänzt sie im ersten Morgenschein.

Ein Mädchen kommt herbei gehüpft,
presst sein Näschen an die Blume.
Schnell ist das Röschen dann gepflückt
mitsamt dem Stengel und der Krume.

Ein Tröpfchen Blut nur dunkelrot,
hat´s Zünglein dann schnell aufgeleckt.
Dann ist´s vorbei, das Morgenrot,
der ganze Himmel ist bedeckt.

© Gilbert 2009










Begegnung

Durch Nächte weht es, Flockenschimmer
zeigt heute mir den Pfad zu dir.
Ein Duft schwebt aus gedämpftem Zimmer,
dein sanfter Blick fällt hin zu mir.
Befrei mich von den weissen Flocken,
werf hinterher die ganze Welt.
Von ferne hör ich Kirchenglocken,
ihr heller Klang herübergellt.

"Ach komm zu mir, damit wir plaudern
von früher Zeit, von Stadt und Haus."
Erzählest lächelnd, ohne Zaudern,
füllst bis zum Dach das Künft´ge aus.
Erblick nun deines Raumes Wände,
auch alle bunten Malerein.
Nehm´s wahr und reck danach die Hände
als müßt es echt und wirklich sein.

So flieht hinfort die stille Stunde,
der nahe Turm tönt Mitternacht.
Ein Lächeln liegt auf Mutters Munde
einzig die Wanduhr klickt und wacht.
Vorbei, vorbei! Von schmalen Lippen
der Kuß noch,- dann zur Nacht hinein:
Das Draußen lacht, trotz Schmerz und Klippen,
Bewahrer soll die Liebe sein.

© Gilbert 2009










Heidegang (Terzinen)

Auf stiller Heide lag, wie ichs erschaute,
der Findling, der zu andren Steinen paßte;
hab Stein für Stein befühlt, eh ich ergraute.

So lag nun dicht an dicht, was ich mal haßte
und bunte Blumen, die im Wind sich wiegten,
mit Duft, so süßlich; sie wollten, daß ich raste.

Die Erika, die Blauen, sie obsiegten.
Sah niemand mehr und müd war´n meine Glieder,
blickt´ Blätter nur, die sich zum Boden schmiegten.

Dann schwiegen endlich auch der Vögel Lieder,
ganz langsam ging der lichte Tag zur Neige:
die Nacht brach ein und Tropfen fielen nieder..

© Gilbert 2009










Bitte an die Sterne

In des Tales feuchter Schwere
ruht ich voll Trauer und voll Frust.
Blickte dumpf zum Sternenheere,
als mich erfüllte tiefe Lust
mich zu sehnen nach den Sternen,
die, hell im mitternächtgen Schein,
aus den süssen Himmelsfernen
den müden Sinnen Freud verleihn.

Doch trotz allen heissen Strebens
nach jenem dunklen Weltenzelt,
jedes Flehen war vergebens,
verharrte in der Erdenwelt.
Kann ich nie teilhaftig werden!
kams bitter aus dem Munde raus.
Sendet doch nach mir zur Erden
nur einen Stern aus eurem Haus.

Und der Mond und seine Sterne,
schau nur, sie haben nicht gelacht.
Aus unendlich weiter Ferne
wurd ach so treu an mich gedacht.
Sie verwehrten mir die Bitte,
des ehemals Verlornen nicht
und aus ihrer weiten Mitte
verschenkten sie ein strahlend Licht.

So scheint mir nun in vollster Schönheit
neue Liebe, Wahrheit, Hoffen.
Und in neuerwachter Klarheit,
hat mich stilles Glück getroffen.
Sternenschein, o bleib noch lange,
jetzt über meinem Erdenzelt.
Steh mir bei auf meinem Gange,
der einst mich treibt in deine Welt.

© Gilbert 2009









Abendruhe

Der Tag vergeht, gebiert die Abendstunde,
die rotgefärbt die letzten Strahlen streut.
So still verfällt, was wärmend mich erfreut,
verlischt rubin, wie eine blutend Wunde.

Die zarten Elfchen schweben in die Runde
der Lichtung, so matt vom Mond beschienen.
Woll´n im Tanze goldnen Sternen dienen
und geben froh vom nächt´gen Leben Kunde.

Abendruhe schweigt Auch der Ruf der Tiere
erliegt der dunklen Nacht. Ich fühl im Wald
des Windes Hauch, der mich so leicht umwallt.

Bin nun allein mit den schwarzen Stämmen,
die tief träumen von des Berges Kämmen.
Erlausch den Bruch von Zweigen im Geviere.

© Gilbert 2009









Windeswehen

So zärtlich ruhig, säuselnd leise
verklingt in mir des Windes Lied.
Umspielt mich sanft auf seine Weise,
so daß Frohsinn mich durchzieht.

Möcht gern dem süßen Klange lauschen,
wie das Wasser auf den Steinen.
Wie der Vögel Flügelrauschen
will ich flüstern, summen, weinen.


© Gilbert 2009



 

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