Hauch des Windes





 



Trost

Am nächt´gen Himmelsraum
sich goldne Sterne zeigen.
Die alten Zweige neigen
sich müde wie im Traum.

Die Blumen auf dem Feld,
sind von dem Taglicht satt.
Der Wind, vom Wehen matt,
durchfächelt leis die Welt.

Wenn mal ein Sturm getost,
den Menschen feindlich wilde,
deckt nun Nacht sie milde
und flüstert ihnen Trost.

© Gilbert 2006









Wandel

Natur und Mensch, wer will sie trennen,
sie sind doch füreinander da.
Man kann es kaum mit Namen nennen,
was da ensteht und einmal war.

*
Erst war es ein Bächlein nur,
plätschernd hin durch Wald und Feld.
Liess auf Kieseln seine Spur,
spiegelte das Himmelszelt.

Wurd´ zum Flusse, reißend schnell,
strömte hin durch Berg und Tal.
Bleibt nicht stehn an einer Stell,
wälzt sich fort von Mal zu Mal.

Fällt dann in die tiefe Schlucht,
tosend, herrlich anzuschaun.
Wasser ähnelt Silberhaar,
kann nicht aufhör´n, es zu schaun.
*
Wir Alle werden klein geboren
und reifen dann in Lebenszeit.
Auch uns ist einmal auserkoren,
zu ruhen in Unendlichkeit.

© Gilbert 2006









Ein Sonnentag

Ein Sonnentag ist uns geschenkt,
voll Wärme und mit hellem Licht.
Hab meinen Schritt zum Wald gelenkt,
wo Blätter lispeln, dich an dicht..

Zwischen Stämmem leuchten Strahlen
und spiegeln sich im blauen See.
Drängen weg nun alle Qualen,
auch alle Sorgen, Leid und Weh.

Seh die Menschen froher gehen,
die Kinder spielen gutgelaunt.
Lüftchen lassen Kleider wehen
und manche Schönheit wird bestaunt.

Sind eilends in den Tag gegangen
zu schaun die Farben der Natur.
Heute brauch ich nicht zu bangen,
will mich erfreuen, leben nur.

© Gilbert 2006









Sehnsucht

Erblicke deine dunklen Augen,
wie sich Schlösser darin spiegeln.
Sich an goldne Kronen saugen
und das Denken dir versiegeln.

Drum kannst am Tage du nicht sehen,
denn all dein Sinnen ist entzwei.
Was in der Sonne will geschehen,
das, glaub ich, ist dir einerlei.

Wenn´s Mondlicht blinkt in stillen Teichen,
wirst du erfüllt von jener Macht,
die all dein Wollen kann erweichen
zu schaun der Sterne Glanz und Pracht.

© Gilbert 2006









Die Ruh

Tiefe Stille ist in mir,
da die Sonne glühend sinkt.
Neig mich zärtlich hin zu ihr,
die in süßen Schlaf versinkt.

Schweigen füllt die nahe Welt,
nur von fern ein Vöglein singt.
Schau zum Monde am Gezelt,
der im Kreis der Sterne blinkt.

Auch mein Auge fällt nun zu,
läßt vergessen Last und Müh.
Finde wohlig meine Ruh,
die mich hält bis in die Früh.

Nur das Atmen schwebt im Raum,
in dem Einklang zweier Herzen.
Lieb vereint im süßen Traum
und im Lichte roter Kerzen.


© Gilbert 2006








Sommertag

Es ist so warm und leise gurrt die Taube,
ein sanfter Hauch geht durch die Sommerluft.
Seh durch die Zweige schon die kleine Laube
und meine Nase riecht Lavendelduft.

Seh dann den Weg im hellen Lichte liegen,
mündet fern im Schatten dunkler Buchen.
Nehm wahr die Blätter, die im Wind sich wiegen,
Tiere, die im Gras nach Nahrung suchen.

Und wie ich geh, hab ich ganz still gedacht,
möcht dieser Traum doch niemals enden.
Dann hat die Morgenluft mich wach gemacht,
Tau liegt auf Tischen, Stuhl und Wänden.

© Gilbert 2006









Durch grüne Wiesen

Durch die leuchtendgrünen Wiesen
plätschert leis ein muntrer Quell.
Möcht in Ruhe ihn geniessen,
denn er fließt so klar und hell.

Aus dem felsigen Gesteine
und aus Waldes tiefer Gruft
schickt die Blume süße Düfte
unbewundert in die Luft.

Deinen Drang nach Ehr und Ruhme,
lieber Mensch, o stell ihn ein.
Quelle nur und jede Blume
sollen deine Führer sein.

© Gilbert 2006









Geständnis

 Durch weite Flure ging ich
im sanften Abendschein.
Nichts Schönes aber rührt´ mich
war ganz mit mir allein.
 
Durchquerte dunkle Wälder
im letzten Tagesglanz.
Schritt achtlos durch die Felder
in den Gedanken ganz.
 
Nicht  Bäume, frisch belaubte,
und nicht die weite Au.
Sah nicht über dem Haupte
den Himmel azurblau:
 
Aus braunen Augen winkte
ein Himmel mir so blau
Aus ihren Tiefen blinkte
ein ew´ges Paradies.

© Gilbert 2006









Verzauberung

Ein Flüstern in den Zweigen
will leis sich zu mir neigen
im roten Abendlicht.
Der Windhauch schwebt durch Bäume,
belebt so zart die Träume
und Blätter, dicht an dicht.

Droben lächelt lieb der Mond,
wird von Sternen nicht geschont
in dem stillen Wirken.
Zarte Elfchen tanzen fein
in dem blassen Mondenschein
unter zarten Birken.

Lege mich ganz müd zum Grund
in der späten Abendstund
Hoffnung nur im Herzen.
Schwer fall´n mir die Lider zu,
auf die Glieder legt sich Ruh,
löschet alle Schmerzen.

© Gilbert 2006









Weihnacht

Brausende Stürme durchdringen
die Welt mit tosender Macht.
Da sinkt auf schneeschweren Schwingen
die stille, heilige Nacht.

Du spürst im Lichte der Kerzen
so zart, kaum nimmst du es wahr,
durch arme irrende Herzen
Glauben, den Kindheit gebar.

Schon glänzen im Aug die Tränen,
du fliehst die Freude- und weinst.
ans Kindsein denkst du mit Sehnen,
wünscht dir, es wäre wie einst.

Du lauscht! Die Glocken erklingen,
es sinkt in festlicher Pracht
herab auf schneeschweren Schwingen
die stille, heilige Nacht.

© Gilbert 2006









Spätherbst

An des Herbstes Neige
hab ich an dich gedacht.
Leer sind alle Zweige
in mondscheinklarer Nacht.

Vorbei ist alles Rauschen,
die Blätter sind verweht.
Möchte dir nur lauschen,
wenn Trauer mich bewegt.

Ein Lied tönt leis von fern,
legt sich zu meinem Sinn.
Vom Himmel blinkt ein Stern,
wenn ich dein Eigen bin.

© Gilbert 2006



 

 

 

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