Gefühlswelten







Wenn man seine KIndheit bei sich hat, wird man nie älter

Johann Wolfgang von Goethe







 

Glücksgefühl

Ganz leise naht das Glücksgefühl
legt sich zärtlich hin zu mir.
Und mitten drin im Stadtgewühl
wird mir leichtig und auch wirr.

Schweb so durch die Einkaufsmeile,
dass die Menschen bleiben stehn.
Was da fliegt ist nicht die Meise,
das bin ich, so froh im Wehn.

Hab die City dann verlassen,
bin hin zum Fluss geflogen.
Fische freuten sich, die nassen,
sind auch gleich mitgeflogen.

Immer näher kommt der Himmel,
ist nun rot in Sonnenbrunst.
Vor uns fliegt ein hehrer Schimmel
bis er schwindet in dem Dunst.

Jetzt streift ein Blitzstrahl meine Wang,
um mich rum herrscht Dunkelheit.
Find mich nun wieder auf der Bank,
wo ich g´zecht in Seligkeit.

© Gilbert 2004









Träumen

Träume dich fort,mein liebes Kind,
hin zu schöneren Gefilden.
Wo Nacht und Tag noch wohlig sind,
schützend eine Einheit bilden.

Lass dich sanft in Fernen gleiten,
wo dir die Seele wird bewegt.
Kannst auf weissen Pferden reiten,
wenn alles Sehnen dich belebt.

Säuselnd fallen liebe Worte
vom Himmel her in deinen Sinn.
Treffen dich an jedem Orte,
wenn sie im Traume bei dir sind.


© Gilbert 2005









Liebeslieder

In meinem Herzen klingen Lieder,
bezaubern zärtlich Geist und Sinn.
Ich nehme wahr den Duft von Flieder,
der wohlig mir zur Nase dringt.

Erblicke dann die schönsten Augen,
die ich im Leben je gesehn.
Darüber jene Augenbrauen,
wie Jadebögen, herrlich schön.

 
Will mit dir leben froh und gut,
möchte jauchzen und auch tanzen.
Ich könnte dich küssen voller Mut,
liebend süss und ohne Schranken.

 
Selig mit dir durchs Leben gehen,
schwebend dahin durch Raum und Zeit.
Die Zärtlichkeit soll nie verwehen
im Jetzt und nicht in Ewigkeit.


© Gilbert 2005









Nicht freuen, nicht klagen

Freue dich nicht, wenn flüchtig
dich streicht ein Glückeshauch.
Denn Erdenglück ist nichtig
und alle Freude auch.

Klage doch nicht, wenn quälend
dich schweres Leid umfing.
Vorbei geht alles Elend,
wie auch das Glück verging.

Nehm beides, denn vorüber
gehn Schmerzen und auch Leid,
kämpf tapfer dich hinüber
zum Schoss der Seligkeit.


© Gilbert 2005









Mädchen mit Hund

Kleines Kind mit grossem Herzen
hat seine Liebe grad entdeckt.
Mit dem Hündchen keck zu scherzen
hat all mein Mitgefühl geweckt.

Und unser Hündchen denkt gans leis,
ich bin am besten lieb und brav,
so dass ich immer auf die Weis
gut lebe, heut und immerdar.

So sind die Beiden jetzt ganz Eins,
das Kind empfindet Mutterglück.
Des Hündchens Augen blicken fein,
geniesst so sehr den Augenblick.

 © Gilbert 2005








Das Geheimnis

So ein klitzeklein Geheimnis,
trag es heimlich nur bei mir.
Mir lieber auf die Zunge biss
als es teilen je mit dir.

Ach, so ist´s bei kleinen Mädchen,
immer wissen sie so viel.
Laufen eilig in das Lädchen,
kaufen sich ein Eis am Stil.

Selig schlecken sie die Speise,
schmilzt doch so süss in Mündern.
Und so werden sie ganz leise,
zu niedlich kleinen Sündern.

Und die Eine neigt sich flüsternd,
zu der besten Freundin hin.
Und ich denke mir so düsternd,
was hat sie denn jetzt im Sinn.

Schon war´s raus, das tiefbewegte,
das Geheimnis lag nun bar.
Nur ein Eis, dass süsslich klebte,
dann war´s Köpfchen wieder klar.


© Gilbert 2005









Nachtwandler

Laufe so nächtlich durch den Wald,
voll von übergrossen Ängsten.
Mein armes Herz schlägt bis zum Hals,
bin umringt von hohen Wänden.

In den Stämmen sind Gesichter,
ganz bleich und blicken seltsam starr.
Das Gestrüpp wird immer dichter,
hab mich verlaufen, ist doch klar.

In die Nase dringen Düfte,
so ekelhaft und ganz obszön.
Auch kein Mondlicht hellt die Lüfte
und noch kein Ausgang ist zu sehn.

Mich berühren kalte Wesen,
so schleimig weich und schlüpfrig feucht.
Ach, so kann ich nicht mehr leben,
das wird mir klar, so gramgebeugt.

Dann fall ich in den dunklen See,
der dicht vom Moose ward bedeckt.
Muss bald ertrinken nun und seh,
dass nichts mich aus dem Weh erweckt.

Seh ein Licht in dieser Schwärze,
winkt mir nun das rettend Ufer?
Mein Erwachen löscht die Kerze,
helle brennt der Deckenfluter.


© Gilbert 2005








Käfer und Vogel

Ein Käfer krabbelt auf dem Weg,
schleppt an einem grünen Blatt.
Denkt an die Seinen unentwegt,
als ihn dann ein Schatten fasst.

Ein Vogel ist´s, ganz gross und so,
schaut von oben froh herab.
Die blanken Äuglein blicken froh,
denn nun wird er bestens satt.

Doch unser Käfer ist ganz weis,
legt beiseit die schwere Last.
" Grüsse euch herzlich, liebe Meis,
merke, dass ihr Hunger habt."

" Ich sehe, du bist dick und rund,
habe dich auserkoren.
Wirst landen nun in meinem Schlund
ganz schnell und ungegoren."

Da naht ein Fahrrad blitzesschnell,
hoch ist die Meis geflogen.
Der muntre Käfer auf der Stell,
ist ins Gebüsch gezogen.
*
Musst dich nicht dem Schlicksal beugen,
darfst auch mal aufbegehren.

Der kann langes Leben zeugen,
der in Nöten sich tut wehren.


© Gilbert 2005



 





Seelentiefen

In den Schluchten meiner Seele,
ruhet noch so mancher Harm.
Dass er mich nun nie mehr quäle
halt ich ihn versteckt und warm.

Selten steig ich in die Gründe,
die weit im Dunkel liegen.
Lass dann liegen jede Sünde,
will mich in Ruhe wiegen.

Doch regt sich an so manchem Tag
eine Hoffnung hin zum Licht.
Und bringt hervor mit einem Schlag,
was mein langes Schweigen bricht.

Könnt ich doch wie die Felsen sein,
tief verschlossen und so hart.
Dann würde kein so heller Schein
zeigen, was ich still verbarg.


© Gilbert 2005


 

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