Heimat ist der Mensch, dessen Wesen wir vernehmen und erreichen









Abendgedanken

Meine Gedanken gehen leise,
wie beim Kind, verloren und verwaist.
Wenn tiefes Heimweh, sanft und reine,
um seine stille Seele kreist.

Indem es hebt die bloßen Hände,
singt es sein Lied zur Nacht so fein.
In ewig weite Landesfremde,
ins brennend Abendrot hinein.

© by Gilbert 2005









Abendlied

Du zart Gewölk, du stille Nacht,
legst leicht um mich die schwarze Pracht,
wenn alle Menschen schlafen.
Ein Schäfer nur noch,gehensmüd,
summt leis für sich ein Abendlied
und legt sich zu den Schafen.

Gebete zu den Wolken gehn,
zu Sternen, die an Himmeln stehn,
fühl mich nicht vergessen.
Denn du kamst ja so sacht zu mir,
wenn ich auf dunklem Steine hier
versunken hab gesessen.

Du bist mein Hort, du stille Nacht.
Das Tagwerk hat mich müd gemacht,
die weite Welt schon dunkelt.
Lass ausruhn mich von Leid und Tod,
bis dass ein zartes Morgenrot
mein Leben hell durchfunkelt.

© by Gilbert 2005









Das Licht

Es war mein Wunsch, die Ewigkeit zu schauen,
wollte schon längst, Zeitlosigkeit verstehn.
Und nach dem Punsch, da schritt ich durch die Auen,
so endlos weit, die Herrlichkeit zu sehn.

Hinauf vom End der Welt, hin zu den Sternen,
ewig weit, so ohne Raum und Zeiten.
Sie stehn nicht dicht, dazwischen große Fernen,
wirklich schön, dass sich die Augen weiten.

Leis murmelt mir der Mond, in seinem Scheinen,
den lieben Gruss, das Guten Abend zu.
Wüßte er den Wunsch, mich mit ihm zu einen,
er würd zürnen, mich schicken sanft zur Ruh.

Vermessen ist´s, die Herrlichkeit zu sehen,
die Augen zu, verblendet von dem Licht.
Ich weiss es jetzt, zur Ewigkeit zu gehen
ist mir verwehrt, bis dass mein Auge bricht.

© by Gilbert 2005









Erfühlt

Vor meinem Aug´ erstehen Welten
wie ich sie nimmer hab gesehn.
Sind mir nah und mögen gelten
für das, was war und ist geschehn.

Mögen von dem Glück erzählen,
von stiller Lieb und Seligkeit.
Müssen auch vom Leid erzählen,
von mancher Not und Traurigkeit.

Nicht immer ist uns Freud gewährt,
der Becher auch mit Gram gefüllt.
Doch wenn er endlich ist geleert,
wird auch das Sehnen uns gestillt.

Dann schauen wir wie selten schön
Natur uns birgt mit selt´nem Schein.
Damit wir uns´re Wege gehn
durch Finsternis und Sonnenschein.

Und wie so alles sprießt und blüht
im Tale und auf Bergeshöhn.
da fühlen wir, dass noch was glüht
und spüren in uns Lieb entstehn.

Treibt uns hin zu tiefen Träumen,
ständig durch Licht und Dunkel hin.
Läßt all die Gefühle schäumen
in Sehnsucht und in Widersinn.

Doch wenn dann die Erfüllung naht,
sich lieblich uns zur Seite legt.
Dann kann entfliehen, was bewahrt
und lang hat unser Herz bewegt.

© by Gilbert 2005









Gesättigt

Still ruht der Wald in dunkler Ruh,
nur noch die alte Eule wacht.
Der Mond schließt seine Augen zu,
will nicht sehen, wer da lacht.

Eilig kommen sie gezogen
brechen so manchen Zweig entzwei.
Hüte ins Gesicht gezogen
ziehen sie an mir vorbei.

Haben nun den Saft empfangen,
der sie so selig trunken macht.
Woll´n zur Heimstatt nun gelangen,
zu ruhen von der langen Nacht.

Ziehen plaudernd zu den Gräbern,
die an Haines Rande liegen.
Wollen ohne langes Zögern,
sich in wohl´ger Ruhe wiegen.

Schon naht von fern des Tages Licht,
gebirt ein zartes, warmes Rot.
Doch die Vampire sehn es nicht,
sie sind bei Tage so wie tot.

© by Gilbert 2005







     

Läuterung

Ich stieg zum Berg, mich von dem Tal zu wenden,
von meinen Sorgen, von des Tages Müh´n.
Beseelt vom Drang, dem Himmel nun zu senden,
was mich bewegt, hoff, es ist nicht zu kühn.

Durchquere seufzend, des Wanderns ungewohnt,
die grünen Auen, verschönt vom Abendrot.
Sehn tief herbei, es habe sich gelohnt,
Gott nah zu sein, wenn mir die Sorge droht.

Erreich mit letzter Kraft, was ich erträumte,
umgeh die letzte Höh, im empfundnen Weh.
schaff noch den Wald, indem Gestrüpp ich räume,
bis ich das Ziel, die Höh dann vor mir seh.

Den stillen See, in dem die Welt sich spiegelt,
in sanftem Rot, so hätt ichs nie geahnt.
Der Himmel legt sich zu mir und versiegelt,
was er mir kündet, was er mich gemahnt.

Wer zählt die Tränen, still ist alles Sehnen,
was mich drängte, verlor nun seinen Sinn.
Ich bin bereit, mich ganz ihm hinzugeben,
mit allem, was ich hab und was ich bin.

© by Gilbert 2005









Blüten der Liebe

Vom Blütenglanz so tief bewegt,
wandeln wir nun unter Bäumen
und sehnen uns so unentwegt
hin zu den erfüllten Träumen.

Gehn entlang des schmalen Flusses,
glücklich der weissen Brücke zu.
Die Zeuge ist des heißen Kusses,
der lang auf unsern Lippen ruht.

Leise klingt ein Laut von fern,
rührt so sanft das liebend Herz.
Hör´n der Glocke Klang so gern,
läßt vergessen allen Schmerz.

O strahlt, ihr Bilder der Natur,
die hell im zarten Lichte glühn.
Und zu dem liebend Einklang nur,
sollt ihr uns ewiglich erblühn.

© by Gilbert 2005









Waldesruh

In stillem Frieden ruht der Wald,
raunend sich die Wipfel biegen.
Der Ruf der Vögel ist verhallt,
alles ruht vom Mond beschienen.

Leise lispeln grüne Blätter,
vergeben sich das letzte Wort.
Auch der Farne breite Fächer,
lauschen so still an diesem Ort.

Möge die Ruhe mich erfüllen,
meine Seele träumen lassen.
Möchte mich so ganz verhüllen,
leis des Traumes Mantel fassen.

© by Gilbert 2005









Hoffnung

Ich wünsche mir in meinem Herzen
ein leuchtend brennend, stilles Licht.
Die Seel´mir wärmet gleich wie Kerzen,
bis sich sein Strahl im Auge bricht.

Soll dort verkünden all mein Hoffen
auf Liebe in der weiten Welt.
Bis jeder Mensch es tut ganz offen:
ein Täubchen sanft in Händen hält.

Flieg weiße Taube in die Fernen,
und künde dort im Sonnenschein.
Dass es dringt bis zu den Sternen:
Es soll jetzt endlich Frieden sein.

Und diese Hoffnung tragt im Herzen,
mit ganzer Kraft und allem Mut.
Dann nimmer schreit die Welt in Schmerzen,
wenn Liebe ist das höchste Gut.

© by Gilbert 2005









Gefühl

Erblick des Tages letzte Röte schon,
will er sterbend sich in Blut versenken?
Möcht er sich purpurn gleich wie samtger Mohn,
liebend an die dunkle Nacht verschwenden?

Da war kein Lüftchen an dem warmen Tag,
am Himmel nur ein weisses Täubchen fing
die Sonnenstrahlen ein, wie ich es mag,
wenn sich Gefühl in stillem Traum verfing.

Lasst sie weilen, die Farben der Natur,
soll´n uns lehren, still in die Welt zu sehn.
Wie alles lebt und stirbt nach einer Uhr,
die ein großer Geist sich konnte auserwähln.

© by Gilbert 2005







 

Ein Lächeln

So leicht erfüllt im Augenblick
ein Lächeln lieb dein Angesicht.
Wenn du von sel´gen Zeiten träumst,
der Seele Lasten weggeräumt.

Wenn zärtlich sich der Lippen Rot
zu meinem Herzen hingekost.
Wird es wieder licht auf Erden,
alles kann nun heller werden.

Liebend legen sich die Hände
leise werbend zu den deinen.
Zartes Licht legt sich auf Wände,
die sich tiefer Liebe neigen.

© by Gilbert 2005





 

 

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