Geborgenheit

 





Heimat ist immer etwas Verlorenes, Eine Sehnsucht, die sich nie erfüllen läßt

 

 

 



Schlafendes Kind

Still liegt das kleine Kind in seinen Kissen,
mag träumend wohl ein Paradies erahnen;
es lächelt süss, als lausche es den Ahnen,
ums Mündchen spielt da noch ein selges Wissen.

Ach, seine Welt entbehrt noch allen Lügen,
lasst uns die Wahrheit dieses Traums nicht stören.
Möchte das Kind im Schlafe sprechen hören
und nie soll Leiden diese Unschuld trügen.

Das Kind erkennt noch nicht mein stilles Lauschen,
hört nur im grünen Wald die Bäume rauschen.
Ist ganz für sich mit leiser Freud gesegnet.

Ein tiefes Sehnen hat mich nun ergriffen,
möcht eilends mich zu meiner Heimat schiffen,
wo leise es auf stille Gärten regnet.

© Gilbert 009









Für dich

Es fällt ein dunkler Schatten auf mein Herz,
wenn du mal nicht in meiner Nähe bist.
Erfühl den tiefen übergroßen Schmerz,
mit dem mein Leben oed und träge ist.

Umschmeichelt nicht dein dunkles, schwarzes Haar
das allzu zarte mondscheinbleich Gesicht,
dann ist das ganze Erdenglück nicht wahr
und auch der Glanz des Goldes freut mich nicht.

Die Rose senkt das Köpfchen voller Scham,
ihr zarter Duft kommt nicht dem deinen gleich.
Des Waldes Tiere werden mitteilsam,
des Ebers Miene wird in Bälde weich.

Du gehst mit weichem, elfenhaftem Schritt,
streifst hier wie dort ein keckes Blatt im Wind.
Im Sang der Vögel klingt dein Lachen mit,
und ich werd endlich wieder wie ein Kind.

© Gilbert 2009










Vermächtnis

So Orte kenn ich jetzt, in denen
kein Laut noch mein Verweilen stört,
die Wiesen, die sich wohlig sehnen,
grün, mit Wassern und Fontänen,
auch warme Nacht an Hügellehnen,
die bangt, da sie uns nicht gehört.

Du tust, als ob du wahren müßtest
wen die Alten längst vergaßen;
und dann im Sommer, wenn du wüßtest:
kamst du aus den stillen Straßen
verklärt, wie wenn du Kinder küßtest,
die allein im Hofe saßen.

Und alles Leben, das verschwiegen,
aus den Auen hochgestiegen,
schien selig sich an dich zu schmiegen,
bis das Trösten und das Wiegen
ganz in dir war, sonst nirgends mehr.
dein schönstes Lied, reichst du mir her.

© Gilbert 2009









Die Suche (Distichen)

Ängstlich schau ich hinaus und such des Sonnenlichts Schimmer,
hoffend, dass es mir zeigt, lichte Bereiche des Glücks;
spüre den kühlenden Wind, der Erde Schönheit erfühl ich
und ein Hoffen darauf, füllet mir sehnlichst den Sinn.

Langsam geh ich dahin, nehm wahr das Plätschern des Baches
folge froh seinem Lauf, führt mich zum Schatten des Walds.
Singen der Vögel ertönt, berauscht mit Klängen mein Sinnen,
Laute, ewiglich schön, freuen das schlagende Herz.

Kann nicht weilen dahier, möcht fort zur Buche des Lebens,
will sie fragen doch nur: gibts jene ewige Freud?
Fände doch endlich die Ruh und könnte selig dann schlafen
in der anderen Welt, froh und vom Leiden befreit.

© Gilbert 2009









Fenster der Träume

Fühl mich daheim nun zwischen Tag und Traum.
Dort, wo die Kleinen schlummern, müd vom Hetzen,
da, wo die Alten sich zum Abend setzen,
und Öfen glühn und wärmen ihren Raum.

Die grünen Büsche sind mein Lieblingsbaum;
und alle Sommer, die in ihnen schweigen.
Rühren sich lieblich in den starken Zweigen
und wirken wieder zwischen Tag und Traum.

© Gilbert 2009










Vergessen

Hab das Vergessen oft gesucht,
sobald ich ein Geschehnis sah,
das mich drängte traumbesessen
in bange Furcht und tiefe Qual.

Wie sollt ich den Geist betören,
der mich nächtens heimgesucht.
Keine Stimme ist zu hören,
wenn der Skrupel warnend ruft.

Unstet die Gedanken fliegen,
was ist zu machen, was zu tun.
Womit kann ich das besiegen,
das mich so peinigt und nie ruht.

Erst spät setzt jenes Wirken ein,
das längst Gescheh´nes überdeckt.
Vergessen legt sich auf mein Sein,
werd´ zu schön´rem Tun geweckt.

© Gilbert 2009







Gestillte Sehnsucht

Ich liege faul im hohen, weichen Gras
und richte meinen Blick nach oben,
als Grillen mich erfreun ohn Unterlass,
vom leichten Wind so sanft umzogen.

Auch weiße Wolkenschäfchen ziehn dahin
in die Fern, wie stille Träume.
Mir ist, als ob ich längst vergangen bin,
flieg selig mit durch ewge Räume.

© Gilbert 2009









Erfüllung (Malaiisches Pantun)

Wenn Wünsche zu den Lüften schweben,
füllen sie ganz des Herzens Sehnen.
Still ist auf Erden alles Weben,
wenn sie zum Horizont sich dehnen.

Füllen sie ganz des Herzens Sehnen,
lassen sie ruhen alles Regen.
Wenn Träume sich zum Himmel dehnen,
erfüllet sich mein Woll´n und Wägen.

Lassen sie ruhen alles Regen,
schweigt endlich auch der Welt Getümmel.
Erfüllet sich mein Woll´n und Wägen
muss schweigen auch das Erdgewimmel..

Schweigt endlich auch der Welt Getümmel,
wenn Wünsche zu den Lüften schweben,
muss schweigen auch das Erdgewimmel.
Still ist auf Erden alles Weben.


© Gilbert 2009


 

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