Von Tag zu Tag





Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss

Johann Gottfried Herder

 

 





Abend am Meer

Auf weitem Meere bleichen will
langsam schon das Blau, das fahle.
Dämmrung liegt im Wellentale
und alle Wogen schweigen still.

Ein leises Brausen hörest du.
Fern am Strand ein Hundebellen.
Leise wehen Windeswellen
flüstern mir das "Ave" zu.

© by Gilbert 2005










Märchennacht

Tiefes Sehnen faßt das liebend Herz,
das Mädchen schwebt durch stille Nacht.
Des Waldes Grünen lindert allen Schmerz,
der ihre Seeele leiden macht.

So still, aus gräulich zartem Weben,
scheint sanft der Mond aufs blaue Meer.
Legt um des Mädchens Leib den Segen,
Befreit das Herz vom Liebesschmerz.

Und wie von Elfenhand verschönt,
sieht es im blauen Abendschein,
das eigen Antlitz in den Höhn,
so nah und doch so erdenweit.

O, tiefer Zauber dieser Stunde,
wie er so lieb das Herz berührt.
Kein fremdes Wesen in der Runde,
das Übles noch im Schilde führt.

In solcher Nacht ist kein Getriebe,
alles Getöse muss nun ruhn.
Es reget sich die Menschenliebe,
die Liebe Gottes rührt sich nun.

© by Gilbert 2005

 







Warten

Sehnendes Hoffen, verborgenes Licht,
das Ende ist offen, ich seh es nocht nicht-
im Display des Lebens.

Bedrückendes Warten, eisige Zeit,
brach liegt der Garten, alle Wärme ist weit-
im Frieren des Eises.

Laufende Tränen und weinendes Herz,
ein endloses Wähnen, willkührlicher Schmerz-
im Lauf der Gezeiten.


©by Gilbert 2005 








Yara

Ein kleiner Engel ging von dannen,
war kaum in dieser Welt zuhaus.
Aus meinem Aug die Tränen rannen,
ein Lichtlein löscht das Schicksal aus.

Du darfst nun fliegen zu den Sternen,
hell in das weite All hinein.
Wirst uns nun glänzen aus den Fernen,
unsagbar schön und ach so rein.

Wenn das Mondlicht auf den Hügeln liegt
schaun unsre Augen in die Nacht.
Stilles Sehnen dann zum Himmel fliegt,
dahin, wo du nun hälst die Wacht.

Ach, kurz nur durftest du hier bleiben,
dann flogst du zu den Himmeln weit.
Uns bleibt Erinnrung und das Weinen
und das Gefühl: Vergänglichkeit.

© by Gilbert 2005










Dein Kommen

Schön, dass du bist herbeigeilt,
die Symbiose zu bestaunen.
Hab zuvor hier still verweilt,
sanft geneigt dem leisen Raunen.

Das aus Bild und Text so strömet,
so lieb verwöhnt mein altes Ohr.
Aus den Himmeln zu mir tönet,
bezaubernd schön der Engel Chor.

Und dieses Bild im Abendlicht,
das mir Herz und Sinn betört.
Diese Schau der Schlaf zerbricht,
der mich ja jeden Abend stört.

© by Gilbert 2005










Ein Traum

Mir hat so hell die Nachtigall
die ganze Nacht gesungen.
Da ward von ihrem süßen Schall
mein armes Herz bezwungen.

Glühwürmchen spielten zarte Klänge,
Elfen drehten sich im Kreise.
Mir war als ob ein Englein sänge
zart und schön im weißen Kleide.

Von Tannenstämmen tropft der Harz,
tief bewegt die Tannen weinen.
Ameisen bringen rasch den Quarz,
um Geigenbögen zu bestreichen.

Bin vor Glück nun ganz von Sinnen,
nichts mehr gilt mir Raum und Zeit.
Hirsche bringen schon das Linnen,
hüllen mich in Seligkeit.

© by Gilbert 2005







Drachenliebe

Du, spricht die Drachenfrau zu mir
muss dir etwas Wicht´ges sagen.
Finde Gefallen sehr an dir,
möchte mit dir Liebe haben.

Aus dem Munde sprüht das Feuer,
ach, macht so jede Blume tot.
Rettet mich vorm Ungeheuer,
denn in mir lodert große Not!

Sink in Ohnmacht hin zur Erde,
fühl mich müde und zerschlagen.
Spüre auf der Haut die Wärme,
möcht vor Schrecken schier verzagen.

Da kommt der Drachenmann daher,
schimpft arg mit dem garstig Weib.
Dann macht er über mich sich her
und frißt mich auf mit Haar und Leib.

Dann fliegen sie in blaue Luft,
halten liebend sich umfangen.
Vernehme Schreie höchster Lust
als sie zum Höhepunkt gelangen.

© by Gilbert 2005









Frühlingshoffen

Leise, leise senkt sich Liebe
wärmend in dein sehnend Herz.
Mit dem Frühling keinem Triebe
schweben freudig erdenwärts.

Lieblich tönend klingen Weisen,
rühren so dein stilles Sein.
Möchten zu den Sinnen reisen,
laben dich wie süßer Wein.

Gläubig siehst du zu den Sternen,
hin zum blauen Himmelsbogen.
Liebreich treiben aus den Fernen
zu dir bunte Frühjahrsboten.

© by Gilbert 2005









Liebe

Liebe ist stärker als der Tod,
verbrennt so leicht das Menschenherz.
Erwacht so sanft im Morgenrot
und lindert zärtlich manchen Schmerz.

Sie bettelt nicht um Ruhm und Ehr,
drängt sehnlich sich zu einem Du.
Und wenn du meinst, es geht nicht mehr,
Dann flüstert leis sie Mut dir zu.

Ganz still nimmt sie von dir Besitz,
dehnt sich zu deiner Seele hin.
Doch dann erstrahlt sie wie ein Blitz,
entzündet alles, Geist und Sinn.

© by Gilbert 2005









Geisternacht

Schwelende Düfte um morsche Bäume,
bleiches Mondlicht hellt kaum den Welt.
Raschelndes Laub erfüllt dunkle Räume,
der Eule Schrei erklingt vom Gezelt.

In Allem hörst du ein stetiges Raunen,
belebt scheint alles in dieser Nacht.
Taste mich weiter in großem Staunen,
gebe auf Wurzeln und Schlangen acht.

Werde berührt von schleimigen Händen,
knorrige Zweige streifen mich hart.
Stehe vor nebligen, finsteren Wänden,
Ginster verfängt sich in meinem Bart.

Wesen der Nacht begehn ihre Feier,
hingegeben dem triebhaften Tun.
Schaurig klingt das Lachen der Geier,
alles ist tätig, niemand will ruhn.

Sehnen faßt mich, den Ort zu verlassen,
atmen die Luft des häuslichen Seins.
Denn alles hier lebt, nur um zu hassen,
keiner versteht mich, nichts ist mehr meins.

© by Gilbert 2005










Daheim

In meiner Wohnung riechts nach Wald
und seinen frischen Düften.
Ich fühls, werd nun gesunden bald
in diesen freien Lüften.

Denn kaum war heute ich daheim,
wohl in vertrauter Ruhe,
da sitzt auch schon ein muntrer Reim
auf meiner alten Truhe.

Da ist er nun und blickt mich an.
ganz leis, mit einem Lächeln.
Und meint, das hätt ich gut getan,
mir frische Luft zu fächeln.

Sei munter nur und lauf umher,
freu herzlich dich am Morgen.
So wird das grüne Blättermeer
auch weiter für dich sorgen.

© by Gilbert 2005









 

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